Bestwig/Niederwiesa/Tiszadorogma – „Feuerwehr verbindet!“ – das wissen die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Bestwig und der Gemeinde Niederwiesa in Sachsen schon lange: Seit Jahrzehnten pflegen die Wehren der beiden Partnergemeinden eine enge Freundschaft. Nun kommt noch – auf Ungarisch – „Tüzoltók összertartanak!“ und eine weitere Verbindung hinzu: Eine Tragkraftspritze, die früher bei der Löschgruppe Andreasberg im Einsatz war, wurde nun von der Feuerwehr in Tiszadorogma in Dienst genommen. Der 330-Einwohner-Ort in Nord-Ungarn ist Partnerkommune von Niederwiesa.
„Feuerwehr-Aktive helfen da, wo Menschen in Not sind“, weiß Bestwigs Bürgermeister Christoph Rosenau, „und deswegen verdient eine Freiwillige Feuerwehr bestmögliche Unterstützung.“ Dass die Einsatzkräfte in Niederwiesas ungarischer Partnergemeinde dringend Ausrüstung benötigen, war Thema eines Gesprächs zwischen Christoph Rosenau und seinem Niederwiesaer Amtskollegen Raik Schubert beim jüngsten Neujahrsempfang in Bestwig.
Bei den Überlegungen, wie man der Feuerwehr in Tiszadorogma helfen kann, kam dann ein Tragkraftspritze in den Blick, die bei der Löschgruppe Andreasberg wegen einer Neuanschaffung nicht mehr benötigt wurde. „Hier bei uns in Deutschland erfüllt sie die strengen rechtlichen Vorgaben nicht mehr“, weiß Thomas Göbel, im Bürgeramt der Gemeinde Bestwig unter anderem für den Brandschutz zuständig, „weil sie aber nach wie vor voll funktionsfähig ist, kann sie immer noch gute Dienste leisten.“ Eine mobile Tragkraftspritze wird bei der Feuerwehr zum Löschwassertransport genutzt – und ist damit ein wichtiges Einsatzmittel bei der Bekämpfung von Bränden.
Die beiden Gemeindeverwaltungen und die Freiwilligen Feuerwehren suchten nach einer einfachen Lösung: Per Spedition hat die Gemeinde Niederwiesa die Tragkraftspritze von Andreasberg aus nach Mittelsachsen abholen lassen. In Niederwiesa hatte die dortige Freiwillige Feuerwehr bereits einen nicht mehr benötigten Anhänger aufgearbeitet, der dann mit der Tragkraftspritze aus der Gemeinde Bestwig ausgestattet wurde. Das „sauerländisch-sächsische“ Löschgerät wurde dann vor wenigen Tagen im Rahmen eines Besuchs in Niederwiesa an die Delegation aus Tiszadorogma übergeben. „Sie waren wahnsinnig gerührt“, berichtet nun Nadine Engmann von der Gemeinde Niederwiesa – verbunden mit einem „riesigen Dankeschön“ aus Tiszadorogma nach Bestwig.
Darüber freut sich auch Bürgermeister Christoph Rosenau: „Wenn auf diese Weise einerseits Menschen in Notlagen geholfen werden kann und wir andererseits noch ehrenamtliches Engagement unterstützen, haben wir alles richtig gemacht.“ Und auch die Freiwilligen Feuerwehren in Niederwiesa und Bestwig setzen ihren Austausch fort: Für dieses Jahr ist in Niederwiesa eine gemeinsame Ferienfreizeit der beiden Jugendfeuerwehren geplant.
30.06.2026 / Gemeinde Bestwig







