Bestwig.  Wie schnell  sich lebensgefährlicher  Rauch in einem Haus ausbreitet - und wie man sich optimal schützen kann, etwa mit einem Rauchwarnmelder: Das alles zeigt das so genannte „Rauchdemohaus“
der Freiwilligen Feuerwehr Bestwig.

Im Beisein von Bürgermeister Ralf Péus überreichte jetzt Dieter Püttmann, Leiter der Geschäftsstelle Bestwig in der Sparkasse Hochsauerland, ein solches Rauchdemohaus an Wehrführer Andreas Schulte und Brandschutzerzieher Uli Hesse.
Denn gerade die Brandschutzerziehung soll damit noch anschaulicher werden: „Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene begreifen so viel schneller, welche Gefahren mit dem Brandrauch verbunden sind“, freut sich Uli Hesse, „und wir können auch zeigen, wie man sich im Brandfall richtig verhält.“ Ausgestattet ist das Haus mit Playmobil-Figuren, die Alltagssituationen nachstellen - „ein Vorteil, um insbesondere mit Kindern
eine gemeinsame ,Sprache‘ zu finden“, freut sich Dieter Püttmann.

Rauchhausdemo

 

 

Ein  Spielzeug  ist  das  dreigeschossige Miniaturhaus deshalb aber nicht - eher schon ein mobiles  Werkzeug.  Mit  Hilfe  einer  kleinen Nebelmaschine, die per Fernbedienung in Betrieb gesetzt  werden  kann,  können  die  einzelnen Zimmer  des  Hauses  verraucht  werden.  Türen lassen sich mittels Seilzug öffnen und schließen; drei Rauchmelder melden Alarm, sobald Rauch in eine Messkammer eindringt.
„Wir  können  nun  dank  des  Rauchdemohauses sehr  genau  veranschaulichen,  wie  sich  der gefährliche Qualm in Wohnung und Treppenhaus ausbreitet,  wenn  bei  einem  echten  Brand  die Türen nicht geschlossen sind“, erklärt Uli Hesse.
Noch  eine  wichtige  Botschaft:  Rauchmelder können zu Lebensrettern werden, wenn es brennt. „Denn Brandrauch ist heimtückisch, vernebelt die Fluchtwege  und  betäubt  schon  nach  wenigen Atemzügen“,  ergänzt  Andreas  Schulte.  Das extrem  giftige  Kohlenmonoxid  kann  dann  in kürzester Zeit zum Tod führen: „Deshalb gehören Rauchmelder mindestens auf jeder Etage an zentrale Stelle - zum Beispiel im Flur.“
Besonderes Plus  des  Rauchdemohauses:  Ausbildungsmodule für  die  Feuerwehr.  So wird  die  so  genannte  „Überdruckventilation“,  die zur Minderung sich ausbreitenden Brandrauchs eingesetzt wird, ebenso thematisiert wie der Einsatz von mobilen Rauchverschlüssen. Denn gerade in mehrgeschossigen Häusern besteht die Gefahr,  dass das Treppenhaus als Rettungsweg verraucht wird, wenn Türen geöffnet werden.  Uli Hesse: „Mit einem mobilen Rauchverschluss lassen sich Treppenräume und Flure als Rettungswege für Selbst- und Fremdrettung rauchfrei halten.“
Mit rund 1200 Euro hat die Sparkasse Hochsauerland die Anschaffung des Rauchdemohauses unterstützt. Zu dem Haus gehört auch ein mobiler Rollkoffer.  Eingesetzt werden soll das Rauchdemohaus nun vor allem in Kindergärten und Schulen.  Aber auch Kooperationen mit Vereinen, Betrieben oder Senioreneinrichtungen seien denkbar, so Andreas Schulte: „Es ist nie zu spät, sich mit einfachen Regeln zu beschäftigen, die im
Notfall Leben retten können.“        


Bestwig, 16.01.2015